Wie platziere ich Fährtendosen korrekt auf einer Fährte, um Tempo und Suchkonzentration zu steuern?

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Fährtendosen gehören dorthin, wo du das Verhalten deines Hundes gezielt beeinflussen willst – nicht dorthin, wo gerade Platz ist. Kurz nach dem Winkel platziert nimmst du mit ihrer Hilfe das Tempo deines Hundes heraus. Unter dem Fährtengegenstand betonst du genau das, worauf es beim Verweisen ankommt: den Fokus auf den Gegenstand. Und bei schwierigen Passagen belohnst du das Durchhalten deines Fährtenhundes. Die Dose ist damit ein Werkzeug, mit dem du dein Fährtentraining bewusst gestaltest und deinen Hund in seiner Ausbildung unterstützt.

Damit du direkt zum passenden Abschnitt kommst, hier die Übersicht:  

Wozu brauche ich Fährtendosen überhaupt in der Fährte?

Legst du Futter ungeschützt in ein Trittsiegel, kann sich dein Hund damit selbst bestätigen – und zwar auch dann, wenn er gerade einen Fehler gemacht hat. Genau das verhindert die Fährtendose: Die besondere Belohnung liegt zwar an Ort und Stelle, muss aber von dir freigegeben werden.

Was die Dose nicht leistet: Das Futter für die Nase deines Hundes unsichtbar machen – egal, wie hartnäckig sich diese Vorstellung hält. Aus meiner Erfahrung nimmt dein Hund das Futter sehr wohl wahr, denn alleine beim Befüllen bleiben Geruchspartikel auf der Außenseite. Und das ist auch nicht schlimm, solange du die Dose an der richtigen Stelle deiner Fährte auslegst.

Das ist der Kern: Die Wirkung entsteht nicht alleine durch den Inhalt, sondern insbesondere durch die Position. Deshalb geht es hier auch nicht um die Belohnung am Fährtenende, sondern um die Punkte in eurer Suche, an denen dein Hund etwas lernen oder sein Verhalten korrigieren soll.

Fährtendosen richtig platzieren - Filmdose im Boden versenkt

Wie platziere ich die Dose am Winkel, um Tempo herauszunehmen?

Das typische Bild: Dein Hund arbeitet den Winkel sauber aus, findet den neuen Schenkel – und zieht dann an. Meine Hündin Düse nutzte es gerne aus, wenn sich die Leine bei einer Richtungsänderung lockerte, und fing dann sogar das Traben an. Genau dieses Anziehen nach dem Winkel ist in der Fährtenarbeit nicht erwünscht und hat uns auf einer Landesgruppenausscheidung einige Punkte gekostet.

Um dieser Tempoänderung entgegenzuwirken, platziere ich eine nicht alltägliche Belohnung in einer Fährtendose kurz hinter dem Winkel. Das Döschen liegt in einem Trittsiegel, nicht seitlich daneben. Und es wird auch nicht einfach fallen gelassen. Der Fährtenhund soll die Dose über die Bodenwitterung finden, während er die Fährte ausarbeitet, und nicht mit den Augen. Durch den besonderen Futtergeruch bremst er sich von selbst ab, der Tempowechsel ist vergessen und die Aufmerksamkeit liegt beim Fund.

Sobald ich merke, dass mein Fährtenhund hinter jedem Winkel die Belohnung erwartet, variiere ich den Abstand zwischen der Richtungsänderung und der Dose. Mal kommt sie 2-3 Schritte, mal 10 oder auch mal 5 Schritte nach dem Winkel. Damit verhindere ich von vornherein, dass sich mein Hund an ein festes System gewöhnt und statt direkt nach dem Winkel eben ein paar Schritte später in den Tempowechsel fällt. Er lernt: Genau hier lohnt es sich, gründlich zu bleiben – aber ohne zu wissen, wo und wann die Belohnung kommt.

Für diese Arbeit an den Winkeln nutze ich gerne die schlanken Filmdosen. Sie lassen sich dank ihres kleineren Durchmessers recht einfach im Boden versenken und sind damit deutlich unauffälliger als die transparenten Dosen.

Der häufigste Fehler bei diesem Vorgehen ist ein falscher Abstand. Kommt dein Hund schon vor dem Dosenfund ins Traben und bekommt dann seine Belohnung von dir, bestätigst du den Tempowechsel, anstatt ihn zu korrigieren. Deshalb ist der Punkt, an dem dein Hund anzieht, so entscheidend – die Dose muss davor liegen, nicht danach.

Fährtendosen richtig platzieren - transparente Fährtendose unter einem Gegenstand im Gras

Warum gehört die Dose unter den Gegenstand?

Beim Gegenstand ist die Position der Fährtendose ebenfalls keine Geschmacksfrage. Es gibt eine, die funktioniert – und mehrere, die dir das Verweisen kaputt machen können.

Die Dose gehört unter den Gegenstand. Dann fällt die Belohnung mit dem Gegenstand zusammen. Dein Hund kommt an, riecht das Futter und bremst sich selbstständig ab. Sein Fokus liegt auf dem Gegenstand, der für ihn gut zu riechen scheint. Von dort wechselt er ins Verweisen, das du mit der Belohnung bestätigst.

Alle anderen Positionen arbeiten gegen dich:

  • Auf oder vor dem Gegenstand: Die Optik verändert sich. Dein Hund hat seine Aufmerksamkeit nur bei der gut duftenden Dose und nicht beim Fährtengegenstand. Damit verliert er die Verbindung zwischen dem Verweisen und dem Gegenstand.
  • Hinter dem Gegenstand: Die Dose zieht deinen Hund über den Fährtenartikel hinweg. Er legt sich darauf oder läuft einfach weiter – je nachdem, wie weit dahinter sie liegt. Damit wertest du das Verweisen ab und löschst das gewünschte Verhalten im schlimmsten Fall sogar ganz aus dem Gedächtnis deines Fährtenhundes.

Filmdosen neigen bei dieser Arbeit dazu, umzukippen. Vergräbst du sie deshalb unter dem Gegenstand, buddelt dein Hund sie unter Umständen aus. Und dann kann er das Graben mit dem Fährtenartikel verknüpfen und selbst dann buddeln, wenn gar keine Dose darunter liegt. Auch das kostet in der Prüfung Punkte, wie ich damals als Anfängerin mit Düse, meiner ersten Sporthündin, selbst erfahren musste. Der schwarze, lockere Prüfungsacker verleitete sie dazu, gleich am ersten Gegenstand zu buddeln, anstatt sich hinzulegen.

Flache Dosen wie meine transparenten Fährtendosen eignen sich für diese Arbeit deshalb besser. Mit ihrer größeren Oberfläche lassen sie sich geschickt im Gras oder in den Tritten auf dem Acker platzieren und der Gegenstand bleibt sicher auf dem Deckel liegen.

Wie belohne ich nach schwerem Boden, damit die Konzentration hält?

Manche Passagen einer Fährte sind schlicht harte Arbeit. In unserem Fährtengelände sind das vor allem die tiefen, fetten Spuren von Baufahrzeugen oder den schweren Maschinen der Lohnunternehmen: breite, teilweise mit Wasser gefüllte Fahrspuren oder sehr sandige, festgefahrene Stellen. Lege ich die Fährte dort hindurch, muss sich meine Nachwuchshündin Genya durchkämpfen – und das kostet Konzentration und Kraft.

Je nach Hundecharakter und Ausbildungsweise können solche Aufgaben dazu führen, dass Fährtenhunde ihren Suchwillen verlieren. Oder sie halten an solchen Stellen immer wieder an und fragen nach Hilfe, statt die Schwierigkeit selbstständig zu lösen.

Deshalb setze ich eine Dose mit besonderem Futter in oder direkt hinter solche Passagen. Nicht als Trostpflaster, sondern als Bestätigung: „Diese Aufgabe war schwer, und du hast sie gelöst!“

Welche Dose ich dafür nehme, entscheide ich abhängig vom Gelände. In tiefer, lockerer Erde lässt sich die Filmdose besser versenken. Auf festerem Untergrund oder wenn es Bodenunebenheiten gibt, hinter denen sich ein flaches Döschen verstecken lässt, ist die transparente Variante oft praktischer. Beide funktionieren hier gleich gut.

Welche Fehler machen Fährtendosen wirkungslos?

Zu viele Dosen direkt hintereinander, und dann noch sichtbar. Dein Hund beginnt, nach ihnen zu schauen, statt sich auf seine eigentliche Nasenarbeit zu konzentrieren. Zudem verliert das normal ausgelegte Futter mit der Zeit an Wert. Dein Hund arbeitet dann nur noch auf die Dosen hin und beachtet den Rest der Fährte kaum noch. Setze deshalb nur so viele ein, wie du wirklich brauchst, um gezielt am Tempo oder am Verweisen zu arbeiten.

Immer dieselbe Position. Dein Hund gewöhnt sich an das System und kann dir in der Prüfung nicht das gewünschte Verhalten zeigen. Entweder wechselt er wie sonst auch sein Tempo, oder er bleibt stehen, dreht sich zu dir um und fordert die Belohnung ein, die doch sonst immer an dieser Stelle kam.

Die Dose als Ersatz für sauberen Aufbau. Mit einer gezielt eingesetzten Fährtendose korrigierst du ein Problem in eurer Ausbildung. Sie ersetzt aber keine Grundlagenarbeit. Wenn dein Hund die Winkel oder das Verweisen nie richtig kennengelernt hat, hilft dir weder beste Futter noch die gut platzierten Dosen weiter. Dann gehe lieber ein paar Schritte zurück und wiederhole die Grundlagen.

Richtig eingesetzt bleiben Fährtendosen also genau das, was sie sein sollen: ein Werkzeug für eine konkrete Aufgabe. Deshalb sind sie für mich auch kein Hilfsmittel, das man irgendwann in den Schrank legt und nicht mehr braucht. Ich arbeite bis heute damit – gezielt immer dann, wenn eine besondere Aufgabe eine besondere Belohnung erfordert.

Wenn du das für euch ausprobieren möchtest: Meine Fährtendosen und befüllbaren Gegenstände gibt es in verschiedenen Größen und Formen – für den Winkel, für den Gegenstand und für die schweren Passagen in unterschiedlichem Fährtengelände jeweils das passende Döschen.

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