Erst die Tage hatte ich eine Kundin am Telefon, deren Hovawart auf der Fährte unruhig wurde – immer wieder Stehenbleiben, nach der Leine schauen und kein gleichmäßiges Suchen. Da es immer häufiger vorkam, beschlich sie das Gefühl, dass die Leine nicht zu ihm passt.
Nach ein paar Rückfragen stellte sich heraus, dass sie mit einer 20-mm-Gurtbandleine unterwegs war, die zwar gut in ihrer Hand lag, aber für ihren Hund zu breit und zu hart war. Die Bandränder berührten ihn an unterschiedlichen Stellen zwischen den Hinterbeinen, was ihm unangenehm war und ihn somit immer wieder aus der Konzentration holte. Wir sind dann auf eine weichere 16mm Fährtenleine mit deutlich abgerundeten Kanten gewechselt. Es zeigte sich, dass ihr Hovawart nun seine volle Konzentration auf die Suche ausrichten konnte, da er das neue Leinenband als deutlich angenehmer empfand und zwischen seinen Hinterläufen akzeptierte.
Diese Punkte schauen wir uns an
Die Breite deiner Fährtenleine beeinflusst mehr, als man denkt. Sie entscheidet darüber, ob dein Fährtenhund auf der Fährte ungestört arbeiten kann und ob du die Suchleine sicher in der Hand hältst, auch wenn dein Hund mal kräftiger zieht.
Ich teile meine Fährtenleinen in drei Breitengruppen ein. Welche davon zu euch passt, hängt von ein paar Faktoren ab, die ich dir in diesem Artikel zeige.
Worauf es bei der Breite einer Fährtenleine ankommt
Bevor ich auf die einzelnen Breiten eingehe, kurz zu den drei Faktoren, die ich in jeder Leinenberatung abfrage:
- Größe und Gewicht deines Hundes Je kleiner und leichter dein Sucher, desto schmäler darf die Suchleine sein. Eine schmale Fährtenleine hat ein geringeres Eigengewicht und berührt seltener die Beininnenseiten deines Hundes – bei einem Dackel oder Zwergpudel macht das einen spürbaren Unterschied, denn sie haben teilweise einfach nicht genug Platz für breite Bänder zwischen ihren Hinterläufen.
- Suchverhalten und Charakter Ein ruhiger Sucher, der gleichmäßig sucht, braucht keine extra breite Fährtenleine. Zieht dein Hund dagegen kräftig oder neigt er dazu, impulsiv loszustürmen, gibt dir eine breitere Leine deutlich mehr Kontrolle. Warum das so ist, hängt neben der höheren Stabilität der breiteren Bänder mit dem nächsten Punkt zusammen:
- Dein Griff Dieser Punkt wird häufig vergessen: Es nützt nichts, wenn die Leine deinen Hund nicht stört, du sie aber nicht richtig greifen kannst. Gerade bei schmalen Bändern fehlt manchen Hundeführern schlicht die Auflagefläche in der Hand, um ihren Fährtenhund in seinem Elan zu bremsen oder beim Aufspringen sicher festzuhalten. Bei einer breiten Hundeleine für Fährtenhunde hast du dagegen mehr Material zwischen den Fingern und kannst dosierter bremsen und führen.
Schmale Fährtenleine mit 9 bis 12 mm – für leichte Spürnasen mit ruhigem Suchstil
Die schmalste Gruppe in meinem Sortiment bewährt sich bei Hunden wie Cocker Spaniel, Zwergpudel oder Dackel. Diese Fährtenhunde haben weniger Platz zwischen den Beinen als zum Beispiel ein Deutscher Boxer, und profitieren bei jeder Leinenführung davon, möglichst wenig Leinengewicht mitzuschleppen. Genau das ist der größte Vorteil einer schmalen Fährtenleine gegenüber einer breiten: weniger Gewicht und damit weniger Störungen für den Hund.
Welches Material ist optimal für so eine schmale Fährtenleine?
Ich setze bei dieser Leinenbreite vor allem auf Hexa und das deutlich dünnere Biothane SuperFlex. Beide nehmen kein Wasser auf und bleiben dadurch gewichtskonstant, egal ob du bei Regen oder auf taunasser Wiese fährtest. Aber auch meine geflochtenen Fettlederleinen in 10 mm sind eine gute Alternative. Sie liegen trotz der schmalen Breite griffig in deiner Hand und sorgen aufgrund des weichen, natürlichen Materials für eine angenehme Haptik – sowohl bei dir als auch bei deinem Hund. Neben dem Biothane SuperFlex stellt meine Gurtbandleine mit Baumwolltouch in 12mm Breite ein weiteres, interessantes Leichtgewicht in dieser Gruppe dar: In das spezielle, sehr weiche Kunstfasergewebe sind Gummilitzen eingewebt, die auch bei Nässe für den notwendigen Grip sorgen, ohne dass das Band zu schwer wird.
Sind schmale Fährtenleinen aus Leder besser als solche aus Nylon?
Aus meiner Erfahrung haben beide ihre Berechtigung. Geflochtenes Fettleder hat allerdings den Vorteil, dass es mit der Zeit immer geschmeidiger wird und sich der Hand anpasst. Ungummierte Nylonleinen in 9 oder 10 mm sind superleicht, aber neigen dazu, scharfe Kanten zu haben, die in die Haut einschneiden. Dem kannst du entgegenwirken, indem du meine Gurtbandleine mit Baumwolltouch und Anti-Rutsch-Funktion auswählst, die abgerundete Ränder für ein komfortables Griffgefühl besitzen.
Ab 67,30 €
31,41 € Ursprünglicher Preis war: 31,41 €27,61 €Aktueller Preis ist: 27,61 €.
67,30 € Ursprünglicher Preis war: 67,30 €59,15 €Aktueller Preis ist: 59,15 €.
Ab 86,37 €
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38,52 € Ursprünglicher Preis war: 38,52 €33,86 €Aktueller Preis ist: 33,86 €.
33,64 € Ursprünglicher Preis war: 33,64 €29,57 €Aktueller Preis ist: 29,57 €.
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Mittlere Breite mit 13 bis 16 mm – der Bereich, den ich am häufigsten empfehle
Ab Cocker-Größe aufwärts bis hin zum Boxer, Deutschen Schäferhund, Dobermann, Malinois oder Bayerischen Gebirgsschweißhund greife ich in der Beratung meistens zu dieser Breitengruppe. Sie bietet eine gute Balance: genug Auflagefläche in deiner Hand für dein sicheres Handling, aber nicht so viel Eigengewicht, dass dein Fährtenhund unnötig belastet wird. Du hast in diesem mittleren Bereich deutlich mehr Kontrolle beim Bremsen und Führen als bei einer schmalen Leine, weil du einfach mehr Bandmaterial in der Hand hast – und gleichzeitig ist die Leine noch schmal genug, um bei mittelgroßen Hunden nicht störend zwischen den Beinen zu hängen.
In 13 mm gehören die Hexa-Leinen und die aus Biothane aufgrund der angenehmen Haptik bzw. Stabilität zu den Favoriten meiner Kunden. In 15 bis 16 mm biete ich Hexa, Biothane Beta Standard und meine Gurtbandleine mit Baumwolltouch an – letztere bringt auch in dieser Breite die Anti-Rutsch-Eigenschaft mit, die sich bei ziehenden Hunden bewährt hat. Der Gewichtsunterschied zwischen 13 und 16 mm ist nicht riesig, aber insbesondere von sensiblen Hunden deutlich wahrnehmbar.
45,08 € Ursprünglicher Preis war: 45,08 €39,87 €Aktueller Preis ist: 39,87 €.
8,47 € Ursprünglicher Preis war: 8,47 €7,96 €Aktueller Preis ist: 7,96 €.
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Ab 31,53 €
32,17 € Ursprünglicher Preis war: 32,17 €26,00 €Aktueller Preis ist: 26,00 €.
Ab 9,81 €
Breite Fährtenleine mit 20 mm – wenn dein Hund Kraft mitbringt
Ab Schäferhund-Größe aufwärts – also auch oftmals für Riesenschnauzer, Hovawart und vergleichbar kräftige Rassen wie Rottweiler – setze ich auf 20 mm. Eine breite Fährtenleine in dieser Dimension gibt dir maximale Griffigkeit und Kontrolle, was besonders bei Hunden zählt, die mit ordentlich Zug suchen.
Meine Erfahrungen mit extra breiten Fährtenleinen zeigen: 20 mm sind kein Muss für jeden großen Hund. Es kommt auf die Kombination aus Hundegröße und Zugverhalten an. Ein ruhig suchender Hovawart kann durchaus auch mit 16 mm klarkommen – wie das Beispiel aus meiner Einleitung zeigt. Aber wenn dein Hund auf der Fährte richtig Dampf macht, wirst du froh sein, 20 mm in der Hand zu haben, um seinem Suchdrang stand halten zu können.
Welches Material ist optimal für eine breite Fährtenleine in 20 mm?
Ob etwas für dich optimal ist, hängt von deinen Wünschen und deinen Ansprüchen an die Leine sowie vom Sucherverhalten und Charakter deines Hund ab. Da das ganz individuell sein kann, kann ich diese Frage nicht pauschal beantworten.
In dieser Gruppe biete ich nur die gummierten Gurtbandleinen an – die gibt es in unterschiedlichen Festigkeiten und unterschiedlicher Gummierung. Die Variante mit Baumwolltouch ist aufgrund des angenehmen Griffgefühls unter meinen Kunden sehr begehrt. Aus Biothane, Hexa oder Leder lassen sich ebenfalls prüfungskonforme Suchleinen in 20mm Breite fertigen, aber diese haben sich in der Fährtenpraxis einfach als zu schwer erwiesen. Ihr Gewicht hat schon bei so manchem Hundesportler oder Hundesportlerin für lahme Arme beim Absuchen einer IFH-Fährte gesorgt.
Breite allein reicht nicht – worauf es noch ankommt
Die Breite ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige. Das Material beeinflusst, wie sich die Leine in deiner Hand anfühlt und wie sie sich im Gelände verhält. Wenn du dich fragst, welches Band für deinen Einsatz am besten passt, findest du in meinem Fährtenleinen-Guide eine ausführliche Übersicht zu den Materialien und ihren Eigenschaften. Und wenn du den Unterschied zwischen Hexa und Biothane genauer verstehen möchtest, habe ich auch dazu einen eigenen Artikel geschrieben.
Welche Breite brauchst du jetzt für deinen Fährtenhund?
Die richtige Breite deiner Fährtenleine findest du nicht über eine Tabelle, sondern über drei Fragen: Wie groß und schwer ist dein Hund? Wie sucht er? Und wie gut kannst du die Leine halten? Wenn du dir unsicher bist, melde dich bei mir – ich berate dich gerne und helfe dir, die passende Kombination aus Breite und Material für dein Team zu finden.




