Trainingsbuch Fährtenarbeit Fallscheer – meine Rezension

Trainingsbuch Fährtenarbeit Fallscheer auf einer alten Baumwurzel fotografiert
Trainingsbuch Fährtenarbeit Fallscheer auf einer alten Baumwurzel fotografiert

Das Trainingsbuch Fährtenarbeit von Ute C. Fallscheer ist mir vor ein paar Jahren mal bei Facebook untergekommen – und hat mein Interesse sofort geweckt. In meiner Sammlung fehlte genau so ein Buch: eines, das nicht nur den Einstieg und die IGP-Fährte abdeckt, sondern auch die langen IFH-Fährten mit ihren Besonderheiten ernst nimmt. Ich habe es mir selbst gekauft, weil ich eine konkrete Problemlösung gesucht habe – und einen modernen, nicht angestaubten Ausbildungsweg, der zu mir und meinen Hunden passt. Hier sind meine Gedanken dazu.

Dieser Artikel enthält:

Wer ist Ute C. Fallscheer?

Ute C. Fallscheer ist seit vielen Jahren selbst im Fährtenhundesport aktiv – und zwar mit Borderterriern, also eher nicht mit den klassischen Gebrauchshundrassen. Sie hat sich mehrfach für Deutsche Meisterschaften qualifiziert und war sogar Ersatzstarterin für Deutschland bei der Weltmeisterschaft IPO FH in Jessen. Seit über zehn Jahren leitet sie das Fährtentraining in ihrem Verein und bildet dort Hunde aller Rassen aus.

Was sie für mich besonders spannend macht: Sie bildet nicht nur Hundeführer aus, sondern auch Trainer. Und sie hat sich nach ihrem Ingenieurberuf akademisch mit Erwachsenenbildung beschäftigt – also damit, wie man erwachsenen Menschen etwas so beibringt, dass sie es verstehen und anwenden können. Genau das zeigt sich im Buch: Die Kapitel bauen logisch aufeinander auf, Problemlösungen sind direkt mit eingearbeitet, und auch wer nur eine einzelne Frage nachschlagen will, findet sich schnell zurecht.

Ihr Leitgedanke für die Trainerfortbildung beschreibt genau das, was mir beim Lesen immer wieder auffällt:

„Nicht nur den Hund, sondern auch den Hundeführer seinen Fähigkeiten und Lernmöglichkeiten entsprechend anleiten."

Genau dieser Blickwinkel – den Menschen am anderen Ende der Leine ernst nehmen – zieht sich durch das ganze Trainingsbuch.

Quelle: fallscheer-aalen.de
Stand: 22.04.2026

Wie ist das Trainingsbuch Fährtenarbeit aufgebaut?

Das Buch steigt bewusst breit ein: Bevor es an die erste Spur geht, gibt Ute Fallscheer Grundwissen rund um die Fährtenarbeit mit. Dabei schneidet sie auch das Thema Physiotherapie für Fährtenhunde an – ein Punkt, den ich in vielen Hundeausbildungsbüchern vermisse. Danach geht es Schritt für Schritt weiter: vom allgemeinen Trainingsaufbau über die prüfungskonforme Ausrüstung bis zur ersten Ausarbeitung einer Geruchsspur.

Mit wachsendem Ausbildungsstand kommen die Themen dazu, die man später draufhaben muss: Gegenstandsarbeit, Wegüberquerungen, Kondition und Verleitungen. Nichts wirkt hinten drangeklatscht – jedes Thema wird ausführlich und in passender Länge ausgearbeitet. Auch wie die Autorin mit der Prüfungsordnung umgeht, gefällt mir: Sie bezieht sich darauf, ohne sich von jeder Regeländerung abhängig zu machen. Dadurch veraltet das Buch nicht jedes Mal, wenn an den Vorgaben geschraubt wird.

Erläuternde Fotos, Skizzen und Bilder gibt es reichlich. Was mir dabei besonders gefällt: Es sind nicht nur ihre eigenen Hunde und die typischen IGP-Gebrauchshunde zu sehen, sondern auch eher untypische Rassen wie Dalmatiner.
Ich selbst führe Deutsche Schäferhunde und damit klassische Fährtenhunde – aber ich weiß, dass viele meiner Kundinnen und Kunden mit Hunden arbeiten, die in der Fährtenarbeit nicht alltäglich sind. Damit  bestärkt mich damit das Buch in meiner Haltung: Fährtenarbeit ist keine Rassenfrage.

Was gefällt mir am Trainingsbuch besonders gut?

Ich versuche mal, das auf die Punkte runterzubrechen, die für mich wirklich den Unterschied machen:

Man kann das Buch von A bis Z durcharbeiten – und trotzdem funktioniert es als Nachschlagewerk. Als ich mit meinem Rüden ein Winkel-Problem hatte, schlug ich den entsprechenden Abschnitt auf und bekam direkt eine Antwort, ohne vorher 50 zusätzliche Seiten lesen zu müssen.

Die Ausbildung orientiert sich konsequent daran, wie der Hund tatsächlich lernt – und führt dahin, dass er selbstständig sucht. Und genau das brauche ich. In der Prüfung sehe ich die Spur nie. Ich muss mich voll auf meinen Teampartner am vorderen Leinenende verlassen. Diese Art zu trainieren, in der der Hund der Profi ist und ich ihn respektvoll unterstütze, liegt mir sehr – und das Buch zeigt mir genau diesen Weg.

Was mache ich, wenn mein Hund an einem bestimmten Punkt hängt? Wann korrigiere ich überhaupt – und wie? Solche Fragen beantwortet die Autorin in ihrem Buch ganz konkret und nicht irgendwo im Anhang. Die Lösungsvorschläge für die Winkelprobleme mit meinem Rüden habe ich beispielsweise nach einem kurzen Blick ins Inhaltsverzeichnis ohne langes Suchen finden und damit in seine Ausbildung übernehmen können.

Einige Fährtenbücher hören nach der Prüfungsreife für die Fährten in IGP 1–3 auf und behandeln beispielsweise Verleitungen fast schon pflichtschuldig auf den letzten Seiten. Hier ist das anders: die besonderen Anforderungen der langen IFH-Fährten werden mit der gleichen Wertigkeit behandelt, wie der Einstieg oder das Verweisen der Gegenstände – und das war für mich ja der Hauptgrund, das Buch überhaupt zu kaufen.

Das Fährtenzubehör ist ein ganzes Kapitel wert

Ein Kapitel, das ich besonders gern lese, ist das zur Ausrüstung. Ute Fallscheer geht erst auf die Fährtenleine ein und nennt dabei das Gewicht als wichtigen Punkt. Danach folgt das Geschirr – inklusive eines eigenen Hinweises aufs Böttcher-Geschirr und der Regel, dass es nicht hinter den letzten Rippenbogen rutschen darf. Den Abschluss bildet die Ausstattung, die wir Menschen im Fährtengelände dabeihaben sollten. Sie hält sich nicht lang mit Details auf, nennt aber die Dinge beim Namen, auf die es ankommt.

Dass Länge, Gewicht und Sitz der Ausrüstung keine Kleinigkeit sind, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung im Fährtenhundesport nur unterschreiben. Eine Fährtenleine, die sich während einer Regenfährte voll Wasser saugt und schwer wird, lässt nicht nur deine Arme mit der Zeit ermüden. Ein Geschirr, das an der falschen Stelle sitzt, kann deinen Hund in seiner Suchkonzentration stören oder seine Haut sogar verletzen. Genau aus diesen Gründen konzentriere ich mich in meinem Friesenhund Online-Shop auf Fährtenleinen in 5 m und 10 m sowie entsprechende Fährtengeschirre – maßgefertigt und prüfungskonform.

Für wen lohnt sich das Trainingsbuch Fährtenarbeit?

Ich würde das Buch sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen in die Hand drücken – aus unterschiedlichen Gründen.

Ein Buch, das in meiner Sammlung bleibt

Das Trainingsbuch Fährtenarbeit von Ute C. Fallscheer ist für mich genau das, wonach ich gesucht habe: ein Fährtenbuch, das auf aktueller Lerntheorie aufbaut, den Weg zum selbstständig suchenden Hund beschreibt und die Besonderheiten der IFH-Fährte nicht stiefmütterlich behandelt. Es nimmt euch als Team ernst: deinen Hund als Suchprofi und dich als jemanden, der mehr über die Fährtenarbeit lernen möchte.
Deshalb bleibt es in meiner Sammlung – und liegt regelmäßig wieder auf dem Tisch, wenn ich an einer Stelle in der Ausbildung meiner eigenen Fährtenhunde hänge.

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für dieses Buch. Du findest es auch bei Genialokal – da unterstützt du gleichzeitig deine lokale Buchhandlung vor Ort.

Schreibe einen Kommentar

Möchtest du noch mehr lesen?