eine einfache Vorstellung des Fährtenhunde-Sports

eine einfache Vorstellung des Fährtenhunde-Sports

eine einfache Vorstellung des Fährtenhunde-Sports

An dieser Stelle gebe ich dir einen Überblick über den tollen Fährtenhunde-Sport. Dabei beantworte ich dir die Fragen:

Worum geht es beim Fährtenhunde-Sport?

Ich fasse den Sport immer so zusammen: Das Mensch-Hund-Team muss eine speziell gelegte Geruchsspur absuchen und dabei kleine spezielle Fährtengegenstände finden.

Das klingt erstmal sehr einfach, richtig? Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail und so ist es auch hier!

Die Anforderungen und damit die Schwierigkeiten hängen von der jeweiligen Prüfungsstufe ab, die die Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (IGP) vorgibt. Die Wichtigsten sind

  • die Länge (variiert von 300 bis 1800 Schritte),
  • die Form (z.B. 3 gerade Schenkel und zwei 90°-Winkel oder 8 gerade Schenkel, davon einer mit einem Halbkreis mit 30 Meter Radius und 7 Winkeln, davon zwei ca. 45°),
  • die Liegezeit – also die Zeit zwischen Legen der Fährte und dem Absuchen (variiert zwischen 20min und 3 Stunden) und
  • die natürlichen (Wildspuren) oder gezielt gelegten Verleitungen, von denen der Fährtenhund seine eigene, zu verfolgende Spur unterscheiden muss.

Hinzu kommt noch die unterschiedliche Beschaffenheit der Böden, denn man kann theoretisch überall fährten gehen – auch auf Parkplätzen. Für die Prüfung kommen jedoch nur natürliche Untergründe wie Wiesen oder Acker in Betracht, weshalb die meisten Hundesportler auch nur auf diesen Böden trainieren.

Und dann ist da noch was Wetter! Es beeinflusst den Boden und die gelegte Geruchsspur. Regen, der auf einen sandigen Acker fällt, kann je nach Stärke die sichtbaren Spuren verwischen und damit auch den Geruch wegwaschen.
Und dennoch finden die Hunde die gelegte Fährte, obwohl man als Hundeführer gar nix mehr sieht!

Mit welchen Hunden kannst du Fährtenhunde-Sport machen?

Fährtenhunde sind traditionell die klassischen Gebrauchshunde. Wir begegnen am Häufigsten Boxern, Dobermännern, Deutschen Schäferhunden, Malinois und Airedale Terriern. Es gibt aber auch Border Collies, Cocker Spaniels, Deutsche Doggen und viele andere Hunderassen, die tolle Fährtenhunde vorweisen können und das eine oder andere mal auch die klassischen Gebrauchshunde alt aussehen lassen.
Somit kann man die Eignung für den Fährtenhunde-Sport nicht von der Rasse abhängig machen.

Stattdessen sehen wir das so, dass im Grunde jeder Hund Fährten suchen und somit den Sport ausüben kann, der Bock auf Suchen hat und keine starken, gesundheitlichen Einschränkungen hat (z.B. Atemprobleme). Und das Schöne daran ist: Das Alter spielt keine Rolle! Du kannst sowohl mit einem Welpen als auch mit einem ausgewachsenen Hund in diesen Sport einsteigen!

Camillo startet als Welpe mit dem Fährtenhunde-Sport
Camillo startet als Welpe mit dem Fährtenhunde-Sport

Was ist so faszinierend am Fährten?

Bei der Faszination für den Fährtenhunde-Sport streiten sich die Geister. Die eine Gruppe sieht die Fährtenarbeit nur als Pflicht an, die es zu erfüllen gilt, um die IGP-Ausbildungskennzeichen (früher wurden diese einfach Schutzhundeprüfungen genannt) zu erreichen. Für die andere Gruppe gibt es aus verschiedenen Gründen nichts Schöneres, als mit den eigenen Hunden Fährten abzusuchen.

Da die Gründe so vielfältig sind, stelle ich dir mal meine eigenen Gedanken zu dieser Frage vor:

Beim Fährten ist man auf dem Land unterwegs, zwischen Feldern, Wiesen und Äckern, abseits von Stress, Hektik und Lärm. Bei uns ist dann entspanntes Training angesagt, womit wir uns einen tollen Ausgleich zum hektischen, lauten Alltag geschaffen haben.

Orientiert man sich nur an den Prüfungsvorgaben, wird es für Hund und uns Menschen schnell langweilig. Schaut man sich aber mal das zur Verfügung stehende Gelände an, entdeckt man mit der Zeit viele Dinge, die eine tolle Abwechslung ins Training bringen können und dann erst beginnt der richtige Spaß!

Man kann durch Gräben oder über Hügel legen, kreuz und quer durch bereits vorhandene Spuren, durch Pfützen oder im Winter über kleine Eisflächen. Durch kleine Gebüsche, um Bäume herum, über umgefallene Bäume oder Wege. Es macht Spaß, die Fährten kreativ zu legen (statt Einheitsbrei), seinem Hund und sich passend zum Ausbildungsstand neue Aufgaben zu stellen und diese dann gemeinsam zu meistern!

Meine persönlichen Highlights sind die Fährten mit meinem Rüden Camillo durch dichtes, getrocknetes Stroh auf einem Acker, eine Gartentreppe hinauf, auf einem Trainingsplatz über die Kletterwand hinweg oder mit fast 23h Liegezeit (über Nacht). Oder die Parallel-Fährten mit meiner Hündin Düse während eines Seminars, bei dem mehrere Hunde in wenigen Metern Abstand gleichzeitig suchten. Oder als der Fasan im Training direkt vor Düse aufflog und sie dennoch weitersuchte.

Und jetzt wirst du dich fragen, was das mit den schematischen Prüfungsfährten zu tun hat? Abgesehen davon, dass das Training euch beiden so viel mehr Spaß macht, lernt ihr unterschiedlichste Probleme kennen und sie zu lösen. In Prüfungen können die komischsten, unvorstellbarsten Dinge passieren, auf die man im Training nicht kommt.
Da ihr aber durch eure Abwechslung euch immer wieder neue Aufgaben stellt, übt ihr solche Situationen und dein Hund weiß, dass er da wie sonst auch einen kühlen Kopf bewahren kann und löst die Aufgabe.

Fährtentraining im friesischen Frühjahr
Fährtentraining im friesischen Frühjahr

Wo kann man den Fährtenhunde-Sport trainieren?

Am Besten ist es, wenn du dir einen Verein in deiner Nähe suchst, der diesen Sport anbietet. Dort bekommst du gerade als Einsteiger in den Fährtenhunde-Sport gute Unterstützung und kannst legal auf das dem Verein zur Verfügung stehende Gelände drauf.

Alternativ frage die Landwirte, die du kennst oder die bei dir in der Nähe wohnen, ob du mit deinem Hund darauf trainieren darfst. Ein kleines Geschenk an den Eigentümer fördert dann die Zusammenarbeit und du hast sicherlich längere Zeit dein eigenes Fährtengelände zur Verfügung.

Ganz wichtig:
Bitte gehe NIEMALS auf Äcker oder Wiesen, für deren Betreten du keine Erlaubnis hast! Der Schaden für den Landwirt, den du ggf. anrichtest, und der darauf folgende Stress ist ein Thema. Ein ganz anderes Thema ist aber, dass du nicht weißt, ob und was da gegebenenfalls gespritzt wurde. Düngemittel und Unkrautvernichtungsmittel sieht man nicht immer und sie können die Nase deines Hundes verätzen.

Was brauchst du, um mit dem Fährten zu starten?

Um mit dem Fährtenhunde-Sport anzufangen, brauchst du nicht viel: Deinen Hund, seine Kette, etwas dunkles Futter, eine ca. 5m lange Leine und einen Stock, mit dem du den Anfang deiner Fährte markierst.

Folgende 5m-Leinen empfehle ich dir je nach Größe deines Hundes für die ersten Schritte:

Am Ende der Spur legen wir immer eine kleine Dose. Du kannst dafür entweder deine Küche plündern oder dir beispielsweise meine Belohnungsdosen zusammen mit deiner Fährtenleine bestellen – diese Dosen verwenden wir auf jeder Fährte.

Falls du aber vorher noch weitere Fragen zum Sport hast, schreib sie mir bitte unten in die Kommentare!

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